Otto Wahl

Otto Wahl wurde 1939 vom KZ Dachau ins KZ Mauthausen verlegt und dort am 5. Mai 1945 von den Amerikanischen Alliierten Streitkräften befreit. Wir haben Otto Wahl leider erst Anfang der 1990er Jahre kennen gelernt. In unseren zahlreichen Gesprächen kam er immer wieder auf seine leidvollen KZ-Erfahrungen, besonders auf die sechs Jahre im KZ Mauthausen zu sprechen. Seine Worte und seine Augen erzählten eine Geschichte, die für ihn kein Ende hatte. Eine Geschichte, mit der er und alle anderen ehemaligen KZ-Häftlinge weiter leben mussten. Sie erzählten von einer Erfahrung, die sie nie mehr losgelassen hat und die für uns stets nur eine Geschichte aus Worten bleiben wird.

Ohne die Freundschaft und die Gespräche mit Otto Wahl wären wir 1995, am 50. Jahrestag der Befreiung, nicht nach Mauthausen gefahren. Der damalige Besuch der Gedenkstätte und der Internationalen Befreiungsfeier gaben uns den Impuls zur Gründung der "Antifaschistischen Initiative Gegen das Vergessen" und dem heutigen "Mauthausen Komitee Stuttgart".

Im Laufe eines Lebens gibt es Begegnungen, die einen nicht mehr los lassen. Die Begegnung mit Otto Wahl zählt dazu. Er war ein Freund und Genosse, einer, von dem man lernen wollte und lernen konnte. Er hat die Zerschlagung der deutschen ArbeiterInnen-Bewegung erlebt und den Faschismus überlebt. Er kannte Siege und Niederlagen. Diese Erfahrungen an andere weiter geben, in Vorträgen und bei Gesprächen, das war ihm immer ein wichtiges Anliegen und es war sein Anteil an dem Bemühen vieler seiner Generation für eine friedliche und sozial gerechte Welt.

Mehr darüber in der Biographie von Otto Wahl und in der Broschüre "Otto Wahl" , die wir 2008 zusammengestellt haben.

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